Posts mit dem Label Liebesgedichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Liebesgedichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 21. März 2026

Bei dir sind meine Gedanken

Bei dir sind meine Gedanken
und flattern um dich her;
sie sagen, sie hätten Heimweh,
hier litt es sie nicht mehr!

Bei dir sind meine Gedanken
und wollen von dir nicht fort;
sie sagen, das wär' auf Erden,
der allerschönste Ort!

Sie sagen, unlösbar hielte
dein Zauber sie festgebannt,
sie hätten an deinen Blicken
sie Flügel sich verbrannt.

(Friedrich Halm)


Freitag, 13. März 2026

Gewitterabend

Ich weiß den Tag, ich weiß die Stunde,
da meine Seele sich zuerst gestanden,
sie trage deines Zaubers Joch,
sie liege willenlos in deinen Banden.

Du ruhtest still im Moose, weißt du noch?
Am Waldsaume war's, schwül sank der Abend nieder,
du schliefest, oder schlossest doch
im wachen Traum die müden Augenlider!

Ich aber, zitternd über dich gebückt,
ich sah dich an in selig scheuen Zügen,
von Schmerz zugleich und Lust durchzückt
bis plötzlich du die Augen aufgeschlagen!

Dein Blick berührt' mich, so berührt ein Blitz,
und klar war alles! Was in dunklem Triebe
mein Herz ersehnt', war dein Besitz,
und was zu mir dich zog, war deine Liebe!

Ich weiß den Abend, weiß die Stunde noch!
Heiß war der Tag, Gewitter in den Lüften,
und nachtendes Gewölke kroch
empor schon feindlich aus der Berge Klüften!

Wir kehrten heim; denn finster stets ringsum
begann der Himmel drohend sich zu schwärzen,
wir aber trugen selig stumm
des Glückes vollen Sonnenschein im Herzen!

(Friedrich Halm)


Donnerstag, 12. März 2026

Flamme der Liebe

Wohl zehrt an mir der Krankheit Qual,
dünn wird mein Haar, mein Antlitz fahl,
du aber loderst noch wie vor
in tiefster Brust mir hell empor,
Flamme der Liebe!

Ob welkend auch, der Jahre Raub,
der Leib dahinsinkt, Staub zum Staub:
dich nähren, stockt das träge Blut,
der Seele Mark, des Geistes Glut,
Flamme der Liebe!

Du stirbst nicht, zieht der Geist auch aus
aus seinem morschen Erdenhaus;
du hüllst noch in Verklärungsschein
den Heimberufnen leuchtend ein,
Flamme der Liebe!

Du stürzest mit ihm licht und hehr
dich in das ew'ge Strahlenmeer,
wo jede Welle, die da schwillt,
wo jeder Tropfen, der da quillt,
Flamme der Liebe!

(Friedrich Halm)


Donnerstag, 2. Oktober 2025

Genug oft

Genug oft, dass zwei Menschen sich berühren,
nicht leiblich, geistig nur – dass sie sich sehn,
dass sie sich einmal gegenüberstehn –
um sich danach vielleicht auf immer zu verlieren.

Genug oft, dass ein Lächeln zweier Seelen
vermählt – oh, nicht vermählt! nur dies: sie führt,
so voreinander schweigend und erschüttert,
dass ihnen alle Wort' und Wünsche fehlen,
und jede, unaussprechlich angerührt,
nur tief vom Zittern der verwandten zittert.

(Christian Morgenstern)


Montag, 11. August 2025

Zierlich ist des Vogels ...

Zierlich ist des Vogels Tritt im Schnee,
wenn er wandelt auf des Berges Höh:
Zierlicher schreibt Liebchens liebe Hand,
schreibt ein Brieflein mir in ferne Land'.

In die Lüfte hoch ein Reiher steigt,
dahin weder Pfeil noch Kugel fleugt:
Tausendmal so hoch und so geschwind
die Gedanken treuer Liebe sind.

(Biedermeier)


Freitag, 27. Juni 2025

Ich bringe dir ein leeres weißes ...

Ich bringe dir ein leeres weißes Buch, 
die Blätter drin noch ohne Bild und Spruch.

Sie sollen einst, wenn sie beschrieben sind,
dir bringen ein Erinnern hold und lind;

an liebe Worte, die man zu dir sprach,
an treue Augen, die dir blickten nach.

Drauf leg ich dir von dunklem Myrtenreis
den grünen Kranz, der aller Kränze Preis.

Nimm ihn getrost! Denn muss ich auch gestehn,
er wird wie alles Laub dereinst vergehn.

So weiß ich doch, wenn Tag um Tag verschwand,
hältst du den Zweig mit Früchten in der Hand.

(Theodor Storm)


Freitag, 6. Juni 2025

Dass du mich liebst, das wusst ich

Dass du mich liebst, das wusst ich,
ich hatt es längst entdeckt,
doch als du mir's gestanden,
hat es mich tief erschreckt.

Ich stieg wohl auf die Berge
und jubelte und sang,
ich ging ans Meer und weinte
beim Sonnenuntergang.

Mein Herz ist wie die Sonne
so flammend anzusehn,
und in ein Meer von Liebe
versinkt es groß und schön.

(Heinrich Heine)


Mittwoch, 7. Mai 2025

Weißt du wo es ...

Weißt du, wo es keinen Herren
und keinen Diener gibt? –
Wo eins dem andern dient,
wo eins den andern liebt.

(Friedrich Rückert)


Montag, 21. April 2025

Frühlingsblühen


Wandeln wir auf unsren Wegen
wie wenn Herzen Funken sprühen ...

Wenn wir voller Freude singen
und wir uns zum Lachen bringen,
wenn wir unser Schicksal lenken
und wir unser Herz verschenken,
wenn wir in den Wolken stehen
und wir mit den Winden wehen,
wenn wir wie durch Träume gleiten
und wir auf den Sternen reiten ...

Wenn uns fesselnd Blicke binden;
wir uns in die Arme sinken,
warme, sanfte Küsse finden;
uns berührend Schauer winken.

Was wir von der Liebe trinken,
wächst wie Brände, die wir legen,
wirbelnd, flammend in uns glühen.

Wo sie durch die Seele fegen,
werden wir wie Blumen blühen!


(© Delf Siebke)

Lyrics of the Night

Samstag, 22. März 2025

An den Frühling


So willst du wieder blüh'n und singen
all' deiner Wonnen süßes Leid?
Mir wieder durch die Seele dringen,
du wunderbare Frühlingszeit?
Ich sah dich schon so manches Mal,
ich hörte dein Rauschen im kühlen Tal,
und nie empfand ich der Sehnsucht Weh
wie diesmal je!

Das macht, sonst bist d' allein gekommen
zum grünen Busch, zum frischen Quell,
hast mich als Bruder aufgenommen,
ein lieber, fröhlicher Gesell;
wir haben zusammen geträumt und gelacht, –
doch diesmal hast du sie mitgebracht:
Nun weiß ich nimmer, wer von euch Zwei'n
mag Frühling sein?

Ja, zweifeln muss ich, tief im Herzen,
an deiner Herrschaft, zürne nicht!
Dieweil dein Sang nicht mehr mit Scherzen,
weil er in Wehmut zu mir spricht.
Und strahlet ihr Blick aus dem Lockenhaar,
da fühl' ich es bebend, da seh' ich klar:
Der wahre Frühling, er lächelt mir
doch nur in ihr!

(Karl von Holtei)

Sonntag, 29. September 2024

Nachts


Zur Nacht, als alle Welt noch schlief,
kam's, dass wir uns begegnet sind,
als ob mein Herz das deine rief
und deines wollte, dass ich's find,

Fast war's, als hätt es uns gezogen,
am Ufer jenes See's zu sein.
Zwei Herzen, die der Welt entflogen,
wir trafen uns im Mondenschein.

So saßen wir in schönster Stille,
fast wortlos unterm Sternenmeer,
und lauschten leis manch einer Grille,
genossen diese Stunden sehr.

Gemeinsam sah'n wir in die Ferne,
des Weltalls, unergründlich weit,
und unterm sanften Licht der Sterne,
verschwand bald unsre Einsamkeit.

Wir, die wir schon so lange suchten,
nach einem uns verwandten Geist,
die langsam gar die Welt verfluchten,
zurückgelassen und verwaist.

Wir fanden uns in tiefster Nacht,
und was heut fast wie Schicksal scheint,
hat Feuer tief in uns entfacht,
hat uns, die Suchenden, vereint.

(© Delf Siebke)
Facebook: Lyrics of the Night

Donnerstag, 30. Mai 2024

Ich glaube, dass Liebe ...


Ich glaube, dass Liebe Meere bezwingt, 
dass sie fliegt in unendliche Weiten.
Ich glaube, dass Liebe Mauern durchdringt
und Herrscher ist durch alle Zeiten!

(© I. Berikhan)


Freitag, 17. Mai 2024

Wahre Liebe

Stark wie der Tod ist die Liebe,
ihre Leidenschaft hart wie die Unterwelt;
ihre Gluten sind Feuersgluten,
ihre Flammen wie Flammen des Herrn.
Große Wasser
können die Liebe nicht löschen,
Ströme sie nicht überfluten.

(Bibel - Hohelied 3,6 - 7)


Dienstag, 12. März 2024

Liebe

  
Auf sonnigen Bergen,
im schattigen Tal,
beim Leuchten der Blitze,
im Mondenstrahl –

Durch die rauschendsten Wasser,
im tiefsten Geheg',
zu den steinigsten Höhen
weiß Liebe den Weg.

Unter Schwertern und Lanzen,
auf Schutt und Brand,
wo die Stärksten verzagen,
hält Liebe stand.

In der schaurigsten Wüste,
ohne Fährte und Steg,
wo kein Puls noch geschlagen,
weiß Liebe den Weg.

Und geschah's, dass die Erde
ein Sturm zerfeg',
von der Erde zum Himmel
weiß Liebe den Weg.

(Ludwig Bowitsch)
gekürzt und geändert von I. Berikhan



Wie lieb' ich ihn so sehr


Es hat geschneit heut Nacht
in meine Einsamkeit:
Ein weißes Blütenmeer!
Nur Freude weit und breit.

Der Frühling ist erwacht,
wie lang, wie lang ist's her,
dass wir so nah uns waren -
wie lieb ich ihn so sehr!


(© I. Berikhan)




Frage und Antwort

Fragst du die Rose,
warum sie blüht,
so wird sie sagen:
"Das Blühen eben
ist Rosenleben
und ohne Farben
kein Blümlein glüht!"

Fragst du die Lerche,
warum sie singt,
so wird sie sagen:
"Das Singen eben
ist Lerchenleben
und mit dem Pulse
das Lied erklingt!"

Fragst du das Herze,
warum es liebt,
so wird es sagen:
"Horch, was im Walde
und auf der Halde
Vöglein und Blume
zur Antwort gibt!"

(Ludwig Bowitsch)


Mittwoch, 17. Januar 2024

Sorge nie, dass ich verrate

Sorge nie, dass ich verrate
meine Liebe vor der Welt,
wenn mein Mund ob deiner Schönheit
von Metaphern überquellt.

Unter einem Wald von Blumen
liegt, in still verborgner Hut,
jenes glühende Geheimnis,
jene tief geheime Glut.

Sprüh'n einmal verdächt'ge Funken
aus den Rosen - sorge nie!
Diese Welt glaubt nicht an Flammen
und sie nimmt's für Poesie.

(Heinrich Heine)


Sonntag, 22. Januar 2023

Vielleicht ein Traum


Sah sie stehn im Licht der Sonne,
klar wie schön, Gesicht der Wonne.
Sie erstrahlt, gehüllt in Träume,
wie gemalt erfüllt sie Räume.

Schön erklingen Sinfonien,
tönen schwingend Melodien
Kreise drehend und verschwinden
leis verwehend in den Winden.

Finde Halt, denn ich erblicke
in Gestalt, die mich entzücke
ein Gedicht im fernen Dunkel:
Dein Gesicht im Sternenfunkel.

Ich wähne ein Stück was mich rief, bin versunken
ersehne den Blick, dass ich tief drin ertrunken.
Die Seelen beisammen, vermischt und gefunden
wie schwelende Flammen verwischt und gebunden,

umhüllt wie die Bäume in eisigen Zeiten,
erfüllt wie die Träume in ewigen Weiten,
verglühen gebannt hier der Stolz und die Triebe,
erblühen verbrannt wir, verschmolzen in Liebe.


(© Delf Siebke)

Mittwoch, 1. April 2015

Neuer Frühling

Es drängt die Not, es läuten die Glocken,
und ach! ich hab den Kopf verloren!
Der Frühling und zwei schöne Augen,
sie haben sich wider mein Herz verschworen.

Der Frühling und zwei schöne Augen
verlocken mein Herz in neue Betörung!
Ich glaube, die Rosen und Nachtigallen
sind tief verwickelt in diese Verschwörung.

(Heinrich Heine)