Mittwoch, 11. Februar 2026
Überlass es der Zeit
bist du tiefsten Herzens empört,
bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit,
berühr es nicht, überlass es der Zeit.
Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,
am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten,
am dritten Tag hast du's überwunden,
alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.
Einfachheit und die Kunst, anderen in Liebe zu begegnen
In einer Welt, die uns oft zu Komplexität, Vergleichen und Konkurrenz verführt, ist es eine wahre Herausforderung, die Kunst zu bewahren, anderen in Liebe zu begegnen. Doch manchmal liegt die größte Weisheit genau in der Einfachheit – in der Fähigkeit, klare Augen und ein offenes Herz zu behalten.
Ein Bibelvers aus Römer 11,17 gibt uns hierzu eine kraftvolle Orientierung:
„Du hast keinen Grund, verächtlich auf die anderen Zweige herabzusehen. Und wenn du es dennoch tust, sollte dir klar sein: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich!“
Dieser Vers erinnert uns daran, dass wir nicht die Quelle von Leben, Liebe oder Wert sind, sondern selbst getragen werden – von Gott, der in uns wirkt, und von der Liebe, die uns verbindet. Wer dies versteht, kann aufhören, andere zu verurteilen, herabzusehen oder sich ständig vergleichen zu wollen.
Warum Einfachheit in Beziehungen so befreiend ist
Wenn wir lernen, uns nicht über andere zu erheben, gewinnen wir innere Freiheit. Wir erkennen: Jeder Mensch trägt seine eigene Geschichte, seine eigenen Herausforderungen und sein eigenes Potential in sich. Wer diesen Grundsatz lebt, begegnet anderen nicht aus Angst, Eifersucht oder Konkurrenz, sondern aus einem ruhigen, gelassenen Herzen heraus.
In der Praxis bedeutet das:
Bei Missverständnissen oder Konflikten nicht sofort in Abwehr oder Streit zu gehen.
Den eigenen Stolz zurückzustellen und sich bewusst zu machen: Es ist nicht unsere Aufgabe, andere zu „bewerten“.
Geduld zu üben – denn oft klären sich Konflikte, wenn wir ihnen Zeit geben.
Einfachheit heißt jedoch nicht, alles zu dulden oder Konflikten auszuweichen. Wo Unrecht geschieht, Grenzen verletzt oder moralisches Fehlverhalten auftritt, verlangt die Liebe Handeln und Haltung. Sie bedeutet nicht Passivität, sondern eine bewusste, reife Entscheidung, wie wir reagieren.
Die Bibel sagt: Nicht wir tragen die Wurzel, sondern die Wurzel trägt uns. Dies erinnert uns daran, dass wir getragen sind, auch wenn wir handeln müssen. Wir stehen nicht alleine, sondern werden durch die Kraft der Liebe geführt – und diese Kraft erlaubt es uns, zugleich klar, aber liebevoll zu sein.
Einfache Gesten, große Wirkung
Oft sind es die kleinen, einfachen Gesten, die in Beziehungen Großes bewirken:
Ein ehrliches Lächeln
Ein ruhiges Zuhören
Ein aufrichtiges Wort der Anerkennung
Diese Handlungen wirken stärker als komplizierte Theorien über „richtiges Verhalten“. Sie zeigen uns, dass Liebe nicht kompliziert sein muss, um wirksam zu sein.
Die Kraft der Wurzel: Liebe schenken ohne Urteil
Einfachheit und die Kunst, anderen in Liebe zu begegnen, sind eng miteinander verbunden. Sie fordern uns dazu heraus, unsere Vergleiche, Urteile und überhöhten Erwartungen loszulassen und aus der Kraft der Wurzel – aus Gott, aus der Liebe – zu leben. Wer dies verinnerlicht, entdeckt, dass wahre Gelassenheit, echte Begegnung und innere Freiheit möglich sind.
Wir sind getragen. Wir müssen nicht die Last tragen, andere zu bewerten oder zu verändern. Wir können uns auf das Wesentliche konzentrieren: Liebe schenken, ohne zu verurteilen, handeln, ohne zu zwingen.
