Mittwoch, 25. Februar 2026
Die Kunst ist eine ...
Wenn die Reise leise wird – Ein letzter Blick auf die Einfachheit
Einfachheit ist kein Trend und kein Lebensstil, den man sich aneignet wie ein neues Möbelstück. Sie ist auch kein moralisches Ideal, das uns in „richtig“ und „falsch“ einteilt. Je länger wir uns mit ihr beschäftigen, desto deutlicher wird: Sie entzieht sich der Erklärung. Sobald wir versuchen, sie festzunageln, wird sie kompliziert.
Vielleicht haben wir in diesen Wochen weniger gelernt als vielmehr verlernt: verlernt, alles kontrollieren zu wollen, verlernt, jedem Anspruch gerecht werden zu müssen, verlernt, uns über Besitz, Leistung oder äußere Anerkennung zu definieren. Und während etwas in uns leiser wurde, wurde etwas anderes klarer.
Einfachheit ist kein Mangel, sondern Konzentration. Nicht das Wenige ist ihr Kern, sondern das Wesentliche. Sie entsteht dort, wo das Überflüssige seinen Platz verliert, wo wir aufhören, uns selbst zu überfordern, wo wir den Mut finden, nicht jedem Ruf von außen zu folgen.
Sie ist ein innerer Raum, in dem wir nicht funktionieren müssen, ein Raum, in dem Vergleiche an Bedeutung verlieren und das Müssen sich in Dürfen verwandelt. Vielleicht ist sie kein Ziel am Ende eines Weges, sondern eher eine Erinnerung daran, wer wir sind, wenn wir nichts beweisen wollen.
Und so endet diese Reise nicht mit einer Erklärung, sondern mit einem leisen Nachklang, mit einer Erkenntnis, die in uns nachklingt und wirken darf:
Vielleicht ist Einfachheit nichts, das man erreicht – sondern etwas, zu dem man zurückkehrt.

