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Sonntag, 30. August 2026

Herbst


Goldgelbes Laub
fällt von den Bäumen,
lässt von Vergangnem
und von Zukunft träumen.
Ist Weggefährte des Augenblicks,
Randnotiz eines kleinen Stücks
Lebens.
Doch es ist nicht vergebens,
sich einzulassen,
um nichts zu verpassen,
nie zu verdrießen
mit Trotz zu genießen,
vor dem Ende des Strebens
den Herbstschlag des Lebens.

(© Ralf Theinert)
2011



Dienstag, 27. Januar 2026

Sonntag, 30. November 2025

Ich falle, wie die ...


Ich falle, wie die Blätter fallen;
ach, dieses Fallen ist in allen.
Wenn Herbst und Winter
sich zum Tanze neigen,
dann möcht’ ich in stiller
Einsamkeit schweigen. 
 

(© I. Berikhan)

Montag, 21. September 2020

Die letzten Sommertage


    Die letzten Sommertage
    liegen schon im Sterben,
    die Blätter halten sich nur noch
    mit einer Hand.
    Der Wind erwacht 
    und trachtet zu verderben,
    was einst voll Unschuld 
    in der Frühlingssonne stand.
 
    (© I. Berikhan)
      September 2020 

 
 

Montag, 11. September 2017

Und wieder ist der Herbst gekommen


Und wieder ist der Herbst gekommen;
ein Blatt zieht seine letzte Bahn,
schaut sehnsuchtsvoll hinauf zum Himmel
und säuselt leise wie im Wahn.

Es sinkt hinab, in seine Trauer
da mischt sich ein Ton Dankbarkeit:
Wie schön war doch der letzte Frühling,
wie segensreich die Sommerzeit!

Im Winter liegt das Blatt im Sterben,
der Schnee, er deckt es leise zu,
und spricht: "Mein Freund, nun schließ die Augen
und schlafe, schlaf in sel'ger Ruh."

(© I. Berikhan)
August 2017


Sonntag, 20. September 2015

Im Herbste

Es rauscht, die gelben Blätter fliegen,
am Himmel steht ein falber Schein;
du schauerst leis und drückst dich fester
in deines Mannes Arm hinein.

Was nun von Halm zu Halme wandelt,
was nach den letzten Blumen greift,
hat heimlich im Vorübergehen
auch dein geliebtes Haupt gestreift.

Doch reißen auch die zarten Fäden,
die warme Nacht auf Wiesen spann -
Es ist der Sommer nur, der scheidet;
was geht denn uns der Sommer an!

Du legst die Hand an meine Stirne
und schaust mir prüfend ins Gesicht;
aus deinen milden Frauenaugen
bricht gar zu melancholisch Licht.

Erlosch auch hier ein Duft, ein Schimmer,
ein Rätsel, das dich einst bewegt,
dass du in meine Hand gefangen
die freie Mädchenhand gelegt?

O schaudre nicht! Ob auch unmerklich
der schönste Sonnenschein verrann -
Es ist der Sommer nur, der scheidet;
was geht denn uns der Sommer an!

(Theodor Storm)


Sonntag, 23. November 2014

Novembersturm


Wenn der Novembersturm erwacht,
mit Abschiedsweh durchwebt die Nacht,
wenn wilde Wellen in mir rauschen,
dann möcht' ich still dem Meere lauschen.
Und wenn ein Lied im Wind erklingt,
das mir von Weh und Sterben singt,
dann möcht' ich leis die Augen schließen
und mit der Welt zusammenfließen.

(© I. Berikhan)
November 2014








Freitag, 21. November 2014

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
denn heute löst sich von den Zweigen nur,
was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

(Friedrich Hebbel)


Dienstag, 28. Oktober 2014

Der Herbst beginnt


Der Herbst beginnt
und in den Herzen allen,
da regt sich Abschiedsweh,
die Träume sterben –
grad wie die Blätter
sich vor Schmerz blutrot verfärben
und von den Bäumen dann
hinunterfallen.

(© I. Berikhan)
Oktober 2014








Montag, 27. Oktober 2014

Herbstphantasien


An Tagen wie diesen
da scheint mir das Leben,
als wollt' es dem Dürstenden
Wasser geben,
da ist mir als ob im Herbstwind erwacht,
die schillerndste Frühlingsblütenpracht,
da kann ich die Sommersonne sehn,
obwohl dunkle Wolken am Himmel stehn,
da scheint's mir als ob in den Baumesspitzen
wohl tausend singende Vöglein sitzen,
da bin ich befreit von Melancholie -
der Seele düsterer Phantasie;
da lächelt der Wald,
da grüßt mich der Wind -
und Herbst umfängt mich
wie ein Kind.

(© I. Berikhan)
Oktober 2014








Sonntag, 14. September 2014

Goldner Brückenschlag des Herbstes

Der Herbst singt weinend seine Lieder
voll Wehmut, Sehnsucht, Traurigkeit,
das Laub fällt auf die Erde nieder,
der Sommer stirbt in Bitterkeit.

Wir ahnen, dass nun Zeiten kommen,
in denen Licht weicht Dunkelheit,
in denen uns wird das genommen,
das Wurzel unsrer Fröhlichkeit.

Zu weit entfernt noch jene Tage,
die uns die Jahreswend' verziern,
wir sind erfüllt von tiefer Klage,
die das beweint, was wir verliern.

Der Herbst schlägt eine goldne Brücke,
in ihm des Sommers Licht erlischt,
damit der Winter uns entzücke
und sicher nicht eiskalt erwischt.

(© Ralf Theinert)