Die Zeit, sie fragt nicht, ob es grade passt, sie
kennt das Leben, ach, doch nur im Wandern. Und wen ein tiefes
Weh erfasst, wandert allein; jenseits der andern.
Die Zeit ist Phantasie, wer kann sie wahrhaft
fassen? Sie spielt die immer gleiche Melodie – die Noten, sie
verblassen, kaum dass ein Ton das Licht der Welt gesehn, so
ist's auch schon um ihn geschehn.
Die Zeit, sie lebt im Werden und Vergehen, wer
könnte je die Zeit verstehen? Wenn leis die Blätter von den
Bäumen fallen, dann singt der Wind ein Abschiedslied doch
allen.
Die Zeit, wer kann ihr fliehn? Sie ist doch nicht
zu greifen. Sieh, wie die Wolken ziehn, die Früchte
reifen. Wenn alles wächst und blühet und gedeiht, ist's schon
dem Untergang geweiht – so wie gewiss auch einst die Zeit. (© I. Berikhan) März 2026
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