Donnerstag, 12. März 2026

Die Zeit


Die Zeit, sie fragt nicht,
ob es grade passt,
sie kennt das Leben,
ach, doch nur im Wandern.
Und wen ein tiefes Weh erfasst,
wandert allein;
jenseits der andern.

Die Zeit ist Phantasie,
wer kann sie wahrhaft fassen?
Sie spielt die immer gleiche Melodie –
die Noten, sie verblassen,
kaum dass ein Ton das Licht der Welt gesehn,
so ist's auch schon um ihn geschehn.

Die Zeit, sie lebt
im Werden und Vergehen,
wer könnte je die Zeit verstehen?
Wenn leis die Blätter von den Bäumen fallen,
dann singt der Wind
ein Abschiedslied doch allen.

Die Zeit, wer kann ihr fliehn?
Sie ist doch nicht zu greifen.
Sieh, wie die Wolken ziehn,
die Früchte reifen.
Wenn alles wächst und blühet und gedeiht,
ist's schon dem Untergang geweiht –
so wie gewiss auch einst die Zeit.

(© I. Berikhan)
März 2026