Sonntag, 8. Februar 2026

Einfachheit – Geld als Mittel, nicht als Maß

Geld – ein Wort, das so selbstverständlich wirkt und gleichzeitig so viel Macht über unser Denken und Handeln hat. Wir leben in einer Welt, die uns ständig suggeriert, dass mehr Besitz, mehr Geld und mehr Luxus gleichbedeutend mit mehr Sicherheit und mehr Glück ist. Doch genau hier lädt uns die Bibel ein, innezuhalten und die Dinge anders zu betrachten.

Das Maß der Dinge

Jesus sagt in der Bergpredigt:

„Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost sie zerstören, und wo Diebe einbrechen und stehlen; sondern sammelt euch Schätze im Himmel.“ (Matthäus 6,19–20)

Dieser Satz fordert uns heraus: Wenn wir unser Leben darauf ausrichten, Besitz anzuhäufen, verlieren wir leicht den Blick für das, was wirklich zählt. Einfachheit bedeutet nicht, dass wir arm oder verzagt leben müssen. Es bedeutet, bewusst zu entscheiden, wofür wir unsere Ressourcen einsetzen – und Geld ist nur ein Mittel, kein Ziel.

Weniger wollen, mehr leben

Ein einfaches Leben im Umgang mit Geld heißt auch, die eigenen Bedürfnisse zu hinterfragen: Was brauche ich wirklich, und was kaufe ich nur, weil es alle anderen tun? Der Apostel Paulus schreibt:

„Ich habe gelernt, in jeder Lage zufrieden zu sein, ob mit wenig oder mit viel.“ (Philipper 4,11)

Zufriedenheit entsteht also nicht durch das, was wir besitzen, sondern durch die Haltung, mit der wir leben. Wer weniger will, schafft Raum – Raum für Freiheit, für Begegnungen, für Kreativität. Geld wird dann nicht zum Maßstab für Glück, sondern zum Werkzeug für das, was uns und anderen wirklich dient.

Freiheit statt Fessel

Geld kann ein Segen sein, es kann aber auch zu einer Last werden, wenn wir ihm die Kontrolle über unser Leben überlassen. Jesus mahnt:

„Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Matthäus 6,24)

Hier liegt eine einfache, aber kraftvolle Wahrheit: Wer sein Herz an Geld hängt, wird unfrei. Wer sich entscheidet, bewusst mit Geld umzugehen, erfährt Freiheit. Einfachheit im Umgang mit Geld ist also ein Schritt in ein Leben, das von innerer Ruhe und Klarheit geprägt ist.

Kleine Schritte, große Wirkung

Vielleicht beginnt Einfachheit nicht mit großen Entscheidungen, sondern mit kleinen Schritten: Heute bewusst auf ein kleines Luxusgut verzichten, morgen einen überflüssigen Kauf hinterfragen, übermorgen die eigenen Finanzen transparent machen. Jede Entscheidung, die wir bewusst treffen, ist ein Akt der Freiheit und der inneren Ordnung.

Die Bibel zeigt uns: Einfachheit ist ein Weg, der uns vom Druck der äußeren Welt löst. Sie erinnert uns daran, dass unser Wert nicht in unserem Besitz liegt, sondern in unserer Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen – und zu uns selbst.