Sonntag, 20. April 2025

Bis du dir das Unvorstellbare ...


Bis du dir das Unvorstellbare
ohne Angst vorstellen kannst,
wird es deine Seele
in Hass und Qualen 
gefangen halten 
und gelegentlich
wirst du es sogar
Liebe nennen.

(Ilka Berikhan)




Es gibt Momente im Leben, da halten wir an Dingen fest, die uns längst nicht mehr gut tun. Aus Angst, aus Gewohnheit oder weil wir glauben, es sei Liebe. Doch manchmal ist das, was uns gefangen hält, nur eine Vorstellung in unserem Kopf – und die größte Angst besteht darin, uns ein Leben jenseits dieser Gedanken überhaupt vorzustellen.

Ostern erzählt genau davon. Von Menschen, die glaubten, alles sei vorbei. Die dachten, das Leben habe ihnen den letzten Halt genommen. Und gerade in diesem Moment geschah das Unvorstellbare.

Man muss nicht gläubig sein, um die Kraft dieser Geschichte zu spüren. Sie erinnert uns daran, dass es mehr geben könnte, als das, was wir kennen. Dass sich Türen öffnen können, wo wir nur Leere sehen. Und dass Hoffnung oft dort beginnt, wo wir sie nicht mehr für möglich halten.

Vielleicht ist der Ostersonntag einfach eine Einladung, das eigene Unvorstellbare ein kleines Stück näher an sich heranzulassen.