Gedichte, Sprüche und Favoriten von I. Kunath

Gedichte, Sprüche und Favoriten von I. Kunath

Freitag, 24. Januar 2020

Lotte - Du fehlst (live bei TV Noir)


Die Bettlerin und die Rose

eine Geschichte über Rainer Maria Rilke aus der Zeit seines ersten Pariser Aufenthaltes:

Gemeinsam mit einer jungen Französin kam er (Rilke) um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, am dem eine Bettlerin saß, die um Geld anhielt. Ohne zu irgendeinem Geber je aufzusehen, ohne ein anderes Zeichen des Bittens oder Dankens zu äußern als nur immer die Hand auszustrecken, saß die Frau immer am gleichen Ort. Rilke gab nie etwas, seine Begleiterin gab häufig ein Geldstück.

Eines Tages fragte die Französin verwundert nach dem Grund, warum er nichts gebe, und Rilke gab zur Antwort: "Wir müssen ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand."

Wenige Tage später brachte Rilke eine eben aufgeblühte weiße Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin und wollte weitergehen.
Da geschah das Unerwartete: Die Bettlerin blickte auf, sah den Geber, erhob sich mühsam von der Erde, tastete nach der Hand des fremden Mannes, küsste sie und ging mit der Rose davon.

Eine Woche lang war die Alte verschwunden, der Platz, an dem sie vorher gebettelt hatte, blieb leer. Vergeblich suchte die Begleiterin Rilkes eine Antwort darauf, wer wohl jetzt der Alten ein Almosen gebe.

Nach acht Tagen saß plötzlich die Bettlerin wieder wie früher am gewohnten Platz. Sie war stumm wie damals, wiederum nur ihre Bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte Hand.
"Aber wovon hat sie denn all die Tage, da sie nichts erhielt, nur gelebt?", fragte die Französin.
Rilke antwortete: "Von der Rose..."

Montag, 20. Januar 2020

Der Glaube...

Der Glaube versetzt Berge.

(Bibel-Sprichwort)

Dem Fröhlichen ...

Dem Fröhlichen ist jedes Unkraut eine Blume,
dem Betrübten ist jede Blume ein Unkraut.

(Aus Finnland)

Die schönsten, angenehmsten Tage...

Die schönsten, angenehmsten Tage sind nicht die,
an denen großartige, aufregende Dinge passieren,
sondern die mit den einfachen, netten Augenblicken,
die sich aneinanderreihen wie Perlen auf einer Schnur.

(Lucy Maud Montgomery)

Lass den Traum...

Lass den Traum dein Leben verschlingen,
damit das Leben deinen Traum nicht verschlingt.

(Antoine de Saint-Exupéry)

Wenn auf Erden...

Wenn auf Erden die Liebe herrschte,
wären alle Gesetze entbehrlich.

(Aristoteles)