Donnerstag, 1. Januar 2026

Am Boden der ...


Am Boden der Tatsachen angekommen,
fand schon so mancher
sein neues Leben.


(
© I. Berikhan)


The use of traveling is ...

The use of traveling is to regulate
imagination by reality,
and instead of thinking
how things may be,
to see them as they are.

(Samuel Johnson)


15 Jahre Phantasie-Garten – ein stilles Jubiläum

Der Phantasie-Garten besteht in diesem Jahr seit 15 Jahren.
Das fühlt sich nicht nach einem lauten Jubiläum an, sondern eher nach einem Moment des Innehaltens.

Als der Phantasie-Garten entstand, ging es nicht darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Es ging darum, Gedanken und Texte festzuhalten, die Raum brauchen. Dinge, die nicht in kurze Formate passen und nicht schnell konsumiert werden wollen.

Über die Jahre ist daraus ein Ort geworden, der bewusst langsam geblieben ist. Ein Ort für Reflexion, für Fragen, für leise Beobachtungen des Lebens. Nicht alles musste sofort erklärt werden. Nicht alles musste gefallen. Vieles durfte einfach da sein.

15 Jahre bedeuten auch: bleiben.
Dranbleiben an einer Haltung, die Tiefe höher schätzt als Geschwindigkeit. An Worten, die nicht beeindrucken sollen, sondern ehrlich sind. An dem Versuch, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.

Gerade zum Jahresbeginn tut es gut, sich daran zu erinnern. An das, was trägt. An das, was bleibt, auch wenn sich vieles verändert. An Gedanken, die nicht alt werden, nur weil sie schon lange da sind.

Ich danke allen, die den Phantasie-Garten über die Jahre begleitet haben – lesend, mitdenkenden, manchmal auch nur still. Ohne diese Resonanz wäre dieser Ort nicht das, was er heute ist.

Zum Beginn des neuen Jahres wünsche ich euch ein frohes, glückliches und gesegnetes neues Jahr. Ein Jahr mit Klarheit, mit Geduld und mit Momenten der Ruhe.
Und mit dem Mut, auch weiterhin das Wichtige dem Dringenden vorzuziehen.



Montag, 29. Dezember 2025

74. Geheimnis des Lebens: Privatsphäre

"Nicht alles, was wir sind, will gesehen werden.
Manche Wahrheiten entfalten sich nur im Verborgenen."

Es gibt einen Raum im Menschen, der sich entzieht. Einen ruhigen Ort, an dem Worte leiser werden, Gedanken langsamer gehen und das Bedürfnis nach Erklärung verstummt. Dieser Raum ist keine Flucht – er ist Privatsphäre.

Privatsphäre ist kein Rückzug aus Angst, keine Mauer gegen die Welt. Sie ist ein Schutzraum, in dem wir uns selbst begegnen können, ohne Publikum, ohne Bewertung, ohne Erwartung. Dort dürfen Gedanken unfertig sein. Gefühle widersprüchlich. Fragen unbeantwortet.

In einer Zeit, in der Sichtbarkeit fast zur Pflicht geworden ist, wirkt Privatsphäre wie ein leiser Akt des Widerstands. Alles soll geteilt, gezeigt, erklärt werden. Wer schweigt, gilt schnell als verschlossen. Wer Grenzen setzt, als distanziert. Doch Privatsphäre ist kein Mangel an Vertrauen – sie ist eine Form von Selbstachtung.

Nicht jeder Gedanke will ausgesprochen werden.
Nicht jede Verletzung braucht Zeugen.
Nicht jede Freude verlangt Applaus.

Privatsphäre erlaubt uns, Erlebnisse erst einmal bei uns zu behalten. Sie gibt dem Inneren Zeit, sich zu ordnen. Manche Dinge verlieren ihre Kraft, wenn man sie zu früh nach außen trägt. Andere gewinnen Tiefe, wenn man sie schützt.

Wer seine Privatsphäre achtet, lernt zu unterscheiden:
Was gehört mir?
Was darf wachsen?
Was darf bleiben?

Gerade Beziehungen leben von diesem Gleichgewicht. Nähe entsteht nicht dadurch, dass alles offenliegt, sondern dadurch, dass man freiwillig teilt. Wo Privatsphäre respektiert wird, entsteht Vertrauen. Wo sie verletzt wird, wächst Misstrauen – oft leise, aber nachhaltig.

Privatsphäre ist auch der Ort, an dem wir uns neu erfinden dürfen. Ohne Etiketten. Ohne Vergangenheit. Ohne die Erwartungen anderer. Dort können wir ausprobieren, verwerfen, reifen. Ungesehen – und gerade deshalb ehrlich.

Vielleicht ist Privatsphäre eines der stillsten Geheimnisse des Lebens. Und eines der wichtigsten.

Denn nur wer einen geschützten inneren Raum hat, kann sich anderen wirklich zeigen – nicht aus Zwang, sondern aus Freiheit.


Freitag, 19. Dezember 2025

Zwischen Licht und Stille

Da wo die Stille wohnt, beginnt das Leise wieder Bedeutung zu bekommen. Ein Licht, ein Atemzug, ein Moment des Innehaltens.

Weihnachten erinnert uns daran, dass nicht das Laute trägt, sondern das, was still wärmt und von innen leuchtet.

Möge diese Zeit euch Ruhe schenken
und das neue Jahr 2026 Klarheit, Zuversicht
und viele kleine Augenblicke, die bleiben. 
🤍


Freitag, 5. Dezember 2025