Montag, 21. April 2025

Der Gang nach Emmaus am Ostermontag – und warum ehrliche Gespräche uns verändern können


Der sogenannte „Gang nach Emmaus“ ist eine alte Erzählung aus der Bibel, die sinnbildlich für viele Lebenssituationen steht:

Zwei Menschen sind nach einer schweren Enttäuschung gemeinsam unterwegs. Sie sind traurig, verwirrt und voller Fragen. Während ihres Weges sprechen sie offen über das, was sie bewegt. Sie reden über ihre Ängste, über verlorene Hoffnungen und die Suche nach einem neuen Sinn.

Auf diesem Weg begegnet ihnen ein Fremder, der zuhört und sich mit ihnen unterhält. Ohne es zu merken, nehmen sie dabei einen anderen Blickwinkel ein. Sie erkennen, dass das, was geschehen ist, vielleicht nicht das Ende von allem sein muss. Erst viel später begreifen sie, wer dieser Fremde war und dass sie die ganze Zeit über nicht allein waren.

Die Geschichte zeigt uns etwas, das weit über religiöse Vorstellungen hinausgeht:

  • Wie wichtig es ist, sich mitzuteilen, wenn uns etwas belastet.

  • Dass wir durch ehrliche Gespräche oft selbst einen neuen Blick auf unsere Situation gewinnen.

  • Dass Trost und Erkenntnis manchmal dort zu finden sind, wo wir sie nicht erwarten.

  • Und dass wir häufig erst im Rückblick verstehen, dass wir auf schwierigen Wegen doch nie völlig alleine waren.

Kurz gesagt: Diese alte Erzählung lehrt uns, dass es heilsam ist, ehrlich mit sich selbst und mit anderen umzugehen. Dass wir uns nicht verstellen müssen. Und dass offene Gespräche Türen öffnen können, selbst wenn wir den Ausweg gerade nicht sehen.

Der Gang nach Emmaus am Ostermontag zeigt uns, wie wichtig ehrliche Gespräche und das Teilen der eigenen Gefühle sind. Die beiden Jünger hätten auch schweigend nebeneinander herlaufen können, jeder gefangen in seiner Enttäuschung. Doch sie reden miteinander über das, was sie bewegt. Und das ist der Moment, in dem sich Veränderung anbahnt.

Erst indem wir aussprechen, was uns bedrückt, öffnen wir Räume für Trost, Verständnis und neue Perspektiven.
Und genau das vermittelt der Ostermontag:

  • dass wir den Mut haben dürfen, unsere Hoffnungslosigkeit zuzugeben

  • dass es heilsam ist, nicht alles mit sich selbst auszumachen

  • dass ehrliche Gespräche heilen können

  • dass wir uns selbst und anderen gegenüber offen und echt bleiben sollten

Denn nur wer ehrlich ist – mit dem, was ihn bewegt – erkennt am Ende das Wesentliche.

Die stille Botschaft des Tages:

Du musst dich nicht besser, stärker oder fröhlicher geben, als du dich fühlst. Sag, was ist. Rede mit anderen. Hör ihnen zu. Und glaube daran, dass Erkenntnis manchmal im Teilen liegt, nicht im Verbergen.